Alois Kuhn (* 1940 in Krinsdorf im Kreis Trautenau) ist ein deutscher Zeichner und Karikaturist.

Leben

Alois Kuhn, auch „Ali“ oder „Loy“ genannt, begann schon früh mit dem Zeichnen. Die Familie kam ursprünglich aus Österreich. In der Zeit nach 1938 in Krinsdorf ansässig wurde die Witwe mit ihren 3 Kindern, der Vater war im Zweiten Weltkrieg gefallen, aus der Tschechoslowakei nach Vacha in der damaligen DDR vertrieben, wo er den Beruf des Schlossers erlernte. Später studierte er in Schmalkalden Maschinenbau.

Da er seiner inneren Berufung als Zeichner nur marginal nach Arbeitsende nachgehen konnte, entschied er sich im Juli 1976 gegen jede finanzielle und staatlich integrierte Sicherheit, seine Arbeit im VEB Kombinat Robotron Erfurt aufzugeben und arbeitete fortan als freiberuflicher Karikaturist. Seine leichteren Zeichnungen fanden schnell den Weg in verschiedene Zeitungen und Zeitschriften der DDR. Hinzuzufügen sei hier, dass ohne im „Verband der Künstler“ zu sein, man als „Künstler“ nicht anerkannt war. Loy lebte einzig von den Karikaturen, die er in seinem eigenen Schaufenster, welches sich direkt an einer gut frequentierten Bushaltestelle befand, ausstellte und von ein paar Veröffentlichungen in Zeitungen. Er skizzierte Tag für Tag sowohl die Wehwehchen seiner Mitmenschen, als auch die großen philosophischen Fragen jener Zeit.

Haft

Ihm widerfuhr ein ähnliches Schicksal wie dem berühmten Karikaturisten Honoré Daumier, der 1832 für seine kritischen Zeichnungen in Haft genommen wurde. Im Juli 1979 wurde Alois Kuhn wegen staatsfeindlicher Hetze nach jahrelanger Observation (seit 1975) aufgrund seiner politischen Karikaturen in seinem Atelier in der Leipziger Straße 44 festgenommen und nach ca. dreimonatiger Untersuchungshaft schließlich zu 18 Monaten Haft verurteilt.
Im März 1980 kaufte ihn die Bundesregierung über die Vermittlung des bekannten Dr. Wolfgang Vogel aus dem Gefängnis der DDR frei. Über den damals üblichen Häftlingsfreikauf wurde er direkt aus der Haftanstalt mit dem Bus über die Grenze transportiert. In den Jahren danach lebte er im Westen der geteilten Stadt Berlin.

Arbeit im Westen

Seine Karikaturen wurden in großen namhaften Zeitschriften abgedruckt (z.B.: Die Welt, Spiegel, FAZ). In verschiedenen Beiträgen im Fernsehen diskutierte Deutschland die Menschenrechtsverletzungen im Staat nebenan unter anderem am Beispiel von Kuhns Erfahrungen.

Im Rahmen politischer Bildung war er als Referent bundesweit bis 1992 beispielsweise für das Haus der Zukunft, die Konrad-Adenauer-Stiftung, Paneuropa-Union und das Gesamtdeutsche Institut tätig. Zahlreiche Ausstellungen wurden in verschiedenen größeren Städten ausgerichtet z.B.: vom Brüsewitz-Zentrum, der Villa Streccius oder Siemens.

Bis heute zeichnet, skizziert und beschreibt Alois Kuhn seine Karikaturen und lebt heute zurückgezogen im Frankenwald.